Rentenlücke und private Altersvorsorge

Mai 9, 2018

Kaum ein Thema ist so heiß diskutiert wie die Rente. Rentner beklagen sich über die geringen Zahlungen und Arbeitnehmer fragen sich, ob es reichen wird. Doch für die Vorsorge ist es nicht zu spät, erfahren Sie alles rund zum Thema Altersvorsorge.

Glas mit Münzen und mit der Aufschrift Pension im Hintergrund eine Frau

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird bis zum Jahr 2025, im Vergleich zu heute, um etwa zehn Prozent sinken. Während das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 Prozent vor Steuern liegt, reduziert es sich bis zum Jahr 2025 auf nur noch 45,2 Prozent. Dies sind die aktuellen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Auch wenn für das kommende Jahr eine deutliche Rentenanhebung angekündigt ist und der Betragssatz von aktuell 18,7 % des Bruttogehaltes länger als erwartet beibehalten werden soll, wird es langfristig zu einem deutlichen Anstieg des Beitragssatzes bei sich weiter verringernden Rentenzahlungen kommen. Die sich auftuende Rentenlücke muss von jedem Einzelnen durch private Vorsorge geschlossen werden. Darauf macht auch die Bundesregierung in letzter Zeit verstärkt aufmerksam und warnt vor unzureichender eigener Altersversorgung.

Der wesentliche Grund für diese Entwicklung ist der demographische Wandel und die deutlich erhöhte Lebenserwartung der Deutschen. Momentan versorgen noch ca. 3 Arbeitnehmer einen Rentner. Im Jahr 2050 sind dies dann nur noch 1,5 Arbeitnehmer. Auch wenn das offizielle Rentenalter dann vielleicht hochgesetzt wird, wird dies an dieser Entwicklung nichts ändern. Außerdem gehen viele Arbeitnehmer deutlich früher in Rente als das gesetzliche Rentenalter vermuten lassen würde. Das offizielle gesetzliche Renteneintrittsalter und das tatsächliche Renteneintrittsalter lagen schon immer auseinander. Heute liegt das offizielle Eintrittsalter bei 65 Jahren bzw. 67 Jahren, das tatsächliche Eintrittsalter aber bei 61,5 Jahren. Da dies mit Abschlägen für den Rentner verbunden ist, braucht er dafür dann auch noch eine höhere private Altersvorsorge.

Traditionell war in Deutschland die kapitalbildende Lebensversicherung das Instrument der Wahl bei der privaten Altersversorgung. Mit einem Vertragsbestand von über 85 Millionen abgeschlossenen Verträgen, übertrifft die Anzahl der Policen die Anzahl der Einwohner Deutschlands. Die kapitalbildende Lebensversicherung ist aber in eine Existenzkrise geraten. Die Anzahl der Neuabschlüsse ist in den letzten Jahren massiv zurückgegangen und der Vertragsbestand liegt deutlich unter dem Höchststand von 2004. Damals lag der Bestand noch bei ca. 95 Millionen Verträgen.

Die kapitalbildende Lebensversicherung, als bisher beliebteste Zusatzversorgung der Deutschen, steckt also in einer tiefen Krise. Selbst die größte Versicherung Deutschlands, die Allianz, überlegt ihre Altbestände zu veräußern. Hohe Verwaltungskosten und das anhaltende Niedrigzinsniveau bereiten der Lebensversicherung große Probleme. Heute beträgt allein die Abschlussprovision oft bis zu vier Prozent der Versicherungssumme. Bei Lebensversicherungen machen die Provisionen inzwischen mehr als die Hälfte der Kosten aus. Dieses Geld steht dann den Versicherten nicht mehr für ihre Altersversorgung zur Verfügung und senkt deutlich die Rendite ihrer Lebensversicherungen. Dies ist vielen Versicherten so nicht bewusst. Nur ein Teil des Versicherungsbeitrages wird nämlich von der Versicherung dazu genutzt, für den Kunden Kapitalerträge zu erwirtschaften. Dieser Anteil nennt sich Sparanteil. Er liegt zwischen 60 bis 75% des Beitrages. Der Rest sind der Kostenanteil und die Risikoprämie der Lebensversicherung.

Während in den 90-ger Jahren der Garantiezins noch bei 4% lag, ist er inzwischen auf 0,9% gefallen. Dies hat deutliche Auswirkungen auf das Verhalten der Kunden. Nur noch ein sehr kleiner Anteil wählt eine klassische Lebensversicherung. 90 Prozent entscheiden sich inzwischen für Produkte ohne Garantiezins. Diese Produkte muss man dann aber nicht notwendigerweise bei einer Lebensversicherung einkaufen.

Als Reaktion auf die Finanzkrise haben die Notenbanken weltweit die Leitzinsen gesenkt. Sie versuchen damit die Liquidität in der Wirtschaft zu erhöhen und dieser kostengünstige Kredite zu verschaffen. Ziel ist letztendlich ein erhöhtes Investitionsverhalten und Wirtschaftswachstum. Festverzinsliche Anleihen orientieren sich mit ihrer Verzinsung an den Leitzinsen der Notenbanken. Da Anleihen aus verschiedenen Gründen die bevorzugte Anlageform der Lebensversicherer sind, leiden diese ganz besonders unter der Reduktion der laufenden Renditen. Sie haben zunehmend Schwierigkeiten die garantierten Verzinsungen zu erwirtschaften.

Was bedeutet dies für jeden Einzelnen? Traditionell haben sich in Deutschland die privaten Anleger nicht sehr intensiv mit Ihrer Kapitalanlage und ihrer privaten Altersversorgung beschäftigt. Dies hat man Kapitalanlagegesellschaften und Lebensversicherungen überlassen. Inzwischen hat sich das Umfeld so geändert, dass man diese Aufgabe selber übernehmen muss. Private Altersvorsorge ist nicht mehr delegierbar. Jeder sollte sich persönlich für die Entwicklung seiner finanziellen Situation verantwortlich fühlen. Hier ist es wichtig, eine klare Vorstellung von der Entwicklung der eigenen Finanzen, seiner finanziellen Ziele und natürlich auch dem zukünftigen Rentenniveau zu haben. Mit der richtigen Allokation seiner eigenen Kapitalanlagen und möglichst günstiger Konditionen, kann dann auch der Privatinvestor selbst in einem schwierigen Investitionsumfeld seine finanziellen Ziele erreichen.

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